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Aufwendungen für eine Jägerprüfung sind grundsätzlich keine Werbungskosten einer angestellten Landschaftsökologin

28.02.2019 10:10

Sachverhalt
Die Beteiligten streiten darüber, ob Aufwendungen für eine Jägerprüfung als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit anzuerkennen sind. Die Klägerin ist Landschaftsökologin. Nach einer Bescheinigung ihres Arbeitgebers handle es sich bei der Jägerprüfung um eine beruflich veranlasste Zusatzqualifizierung, die als Arbeitszeit angerechnet worden sei. Eine Kostenübernahme ist nicht erfolgt.

Hintergrund
Werbungskosten sind gem. § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Sie sind nach § 9 Abs. 1 Satz 2 EStG bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie erwachsen sind.

Entscheidung des FG Münster, Urteil vom 20.12.2018 - 5 K 2031/18 E
Die Klage ist unbegründet.

Der Erwerb eines Jagdscheins ist – ebenso wie der Erwerb eines Führerscheins für Kraftfahrzeuge – nur dann beruflich veranlasst, wenn dieser unmittelbare Voraussetzung für die Berufsausübung ist.

Der Jagdschein ist keine unmittelbare Voraussetzung für die Tätigkeit als Landschaftsökologin.

Beraterhinweis:
Die Frage, ob ein Werbungskostenabzug zulässig ist, ist eine Frage des jeweiligen Einzelfalls.

Folgende Indizien würden für eine berufliche Veranlassung und damit einen Werbungskostenabzug sprechen:

  • Teilnahme an Jagden im Rahmen der Berufstätigkeit
  • Mitführung einer Jagdwaffe bei der Arbeit
  • Der Jagdschein Einstellungsvoraussetzung in einem forstlichen Betrieb bzw. Zulassungsvoraussetzung für die Studienaufnahme im Bereich der Wildtierforschung

Da es sich um eine steuermindernde Tatsache handelt, ist der Steuerpflichtige nach den allgemeinen Beweislastregeln in der Nachweispflicht!

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